Wie traditionelle Lieder die Herzen erquickten- Eindrücke vom Adventssingen

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ ist nicht nur der Anfang eines berühmten Adventsliedes, sondern auch die Geste, mit der viele ältere Gemeindeglieder am Freitag vor dem Ersten Advent Kinder und Jugendliche der Evangelischen Kirchengemeinde empfingen.

Wie jedes Jahr waren die jungen Leute am Fr. 29. Nov. unterwegs und besuchten die Menschen unserer Kirchengemeinde ab einem Alter von 81 Jahren, um ihre Adventszeit mit klangvollen Liedern zu bereichern. Warm eingepackt machten sich zehn Gruppen bestückt mit Kindern und Mitarbeitern auf den Weg, um auf die Vorweihnachtszeit einzustimmen.

Es war wunderschön, zuerst durch die kalten Straßen Neckartenzlingens zu gehen, um anschließend in vielen gemütlichen Stuben empfangen zu werden. Uns wurde es ganz warm um’s Herz, wenn sich die Menschen über unseren Besuch freuten. Am glücklichsten aber waren wir, wenn wir schon von Weitem sahen, dass hinter den Fensterscheiben sehnsüchtig auf uns gewartet und uns die Tür noch vor dem Klingeln herzlich geöffnet wurde.

Die jungen Sänger und Sängerinnen waren alle mit Begeisterung und Freude bei der Sache. Wir trällerten, was das Zeug hielt. Von „Macht hoch die Tür“ bis hin zu „Ihr Kinderlein kommet“, welches bei den Kindern wohl das bekanntere Lied war und daher deutlich lauter angestimmt wurde. Als Dank erhielten wir großzügige Spenden und zahlreiche Schleckereien und Obst. Hierfür noch einmal ein ganz großes Dankeschön.

Als wir leicht verfroren und vollbeladen mit Tüten voller Gaben zurück zum Gemeindehaus liefen, sagte ein Junge meiner Gruppe: „Das war schön. Habt ihr auch gesehen, dass eine Frau sogar weinen musste?“ Ein anderer fragte: „Warum musste die Frau denn weinen?“ Meine Antwort darauf war: „Manche Menschen sind in der kalten Adventszeit ziemlich einsam. Sie freuen sich darüber, dass wir sie besuchen kommen. Viele erinnern sich dann an früher, als sie selber Kinder waren und diese Lieder sangen.“

Den Nachmittag ließen wir im Gemeindehaus mit Kinderpunsch und leckeren Waffeln ausklingen. Wir Mitarbeiter freuten uns über unsere Jungscharkinder, die fast komplett vertreten waren und über die, die einfach so mitgesungen haben. Vielen Dank auch an die Konfirmanden, die uns wirklich stark unterstützt haben, und natürlich auch ein großes Dankeschön an die Eltern, die mit uns gemeinsam unterwegs waren. Obwohl wir schon viele Sänger(innen) waren, hätten wir uns über noch mehr Kinder sehr gefreut. Vielleicht hat ja der/die ein oder andere nächstes Jahr Lust mitzusingen. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn es gibt kaum etwas Schöneres, als strahlende Augen zu sehen.

Sandra Kößling