Lebenswege - Stationen aus dem Leben Josefs

Vom 2.-5. Februar 2009 hatte die evangelische Kirchengemeinde zu einer Bibelwoche in ihr Gemeindehaus eingeladen.

 

 

Auch wir Menschen heute haben Träume  

Pfarrer Dr. Rolf Sons, Studienleiter im Bengelhaus, stellte die Abende unter das Gesamtthema „Lebenswege“. Die Josefsgeschichte nach Genesis 37 – 50 war Basis der Auslegung.

Er versuchte einen weiten Bogen zu spannen von den biblischen Ereignissen aus dem Leben der Urenkel Abrahams, den 12 Söhnen Jakobs, bis zu unserem Leben heute. Wer sich mit der Josefsgeschichte schon einmal befasste, weiß, so Dr. Sons, dass der Lieblingssohn Jakobs ein „Träumer“ genannt wurde. Auch wir Menschen heute haben Träume. Und Träume platzen, nicht nur in der Wirtschaft, im Sport und Privatleben. Wir müssen wissen: Gott hat einen besseren Traum, einen Plan für unser Leben. Seine Absichten erschöpfen sich nicht im Wohlstand, sondern Menschen sollen ein Segen werden für ihre Mitmenschen. Gottes Traum, Vision und Ziel über die Menschen ist, dass sie einmal in der Ewigkeit bei ihm an seinem Tisch sitzen.

Gott hatte seine Hand auf Josef gelegt und Großes mit ihm vor, weil er Gott vertraute. An dieser Stelle hob Pfarrer Sons hervor, dass Gottes Traum, sein Plan nie zerplatzt, auch wenn Menschen alles daran setzen, ihn zu vereiteln. Er setzt sich durch, oft auch über Umwege. 

Menschliche zerplatzte Träume bedeuten nicht das Ende. Sie bedeuten zwar Kreuz und Leiden, dienen aber dazu, dem Betroffenen zur Reife durch Lernen und Erkennen zu verhelfen. Um das Leben zu verstehen brauche es viel Zeit. Um das Leben mit Gott zu verstehen brauche es noch viel, viel mehr Zeit.

Gottes Augen und Hände sahen und leiteten Josef, unbemerkt von ihm selber. Obwohl es im Text heisst: „und der Herr war mit Josef und gab ihm Glück!“  beinhalten Seine Führungen nicht nur Glück und Gutes, sondern auch Erfahrungen von Unrecht, Kampf, Unfruchtbarkeit etc. 

Warum?  Der Glaube braucht Erziehung und Prüfungen, braucht Festigkeit-Wachstum-Reife, weil Gott das Beste mit seinen Menschen im Sinn hat. Manches sei erst im Rückblick zu verstehen, doch eines stehe  felsenfest. Dr. Sons wörtlich: „Unser Leben liegt in Seiner Hand, auch dann noch, wenn es ganz, ganz schwierig und schwer wird“. Zur Treue meinte er, der Treuebogen Gottes stehe Tag für Tag über dieser Welt, denke man nur an den Bund Gottes mit Abraham und durch Jesus Christus. Auch zu Josef sei Gottes Treue immer da gewesen. Wörtlich meinte er: „Der rote Faden, der Liebesfaden in meinem Leben ist die unerschütterliche Treue Gottes“.  

Die Brüder  von Josef mussten sich mit ihrer „Schuld-Geschichte“  gleich 3 mal in Ägypten auseinandersetzen, in das sie 3 mal reisen mussten. Die Wahrheit müsse sich langsam entbergen, wie eine Zwiebel, bis man zum Kern vordringt. Alles muss offengelegt werden. Josef verurteilte seine an ihm schuldig gewordenen Brüder nicht. Frieden, so Pfarrer Sons, kann nur einkehren, wo die Schuld ausgekehrt und bereinigt ist.

Zum Schluss der Bibelabende machte er noch einmal deutlich, dass sich Vertrauen wirklich lohnt, weil es das Kostbarste ist, das Menschen verbindet und einer hohen Auszeichnung gleichkommt. Lebenswege seien keine Wellness-trips, die manches Mal da hin führen, wo wir nicht hin wollen. Wüstenzeiten gebe es im Leben, Lösungen oft lange nicht. Da ist es gut, so Dr. Sons am Ende seiner wertvollen Ausführungen, wenn wir  unser Vertrauen in Gott festzumachen,  dem Anker, der ewig hält.