„Vom Segen des Teilens“ - Bibelarbeit mit Imanuel Kögler

Auf Einladung des Bibelgesprächskreises für Frauen fand am Samstag, 23.1.10 im Gemeindehaus eine ganztägige intensive Bibelarbeit mit Pfarrer Imanuel Kögler statt. Erfreulich gut besucht war die Veranstaltung. Für die Teilnehmenden wurde der auszulegende Bibeltext aus dem 12. Kapitel des Römerbriefs anhand eines Beamers und in neuerster Genfer Übersetzung als unterstützende Hilfe an die Wand geworfen, so dass die aufmerksamen Zuhörer gut den Ausführungen von Pfarrer Kögler folgen konnten.

 

In 4 Einheiten unterteilt, sprach er am Vormittag über die ersten zwei und am Nachmittag nach dem gemeinsamen Mittagessen über die Abschnitte 3 und 4.

Die Frauen vom Bibelgesprächskreis und weiteren Gäste erfuhren, dass mit dem 12. Kapitel im Römerbrief die praktischen Ermahnungen des Apostels Paulus an die Christengemeinde in Rom beginnen und worin die Erbarmungen Gottes im Erlösungswerk Christi entfaltet werden. Diese gelten für jeden Menschen, der an Jesus Christus glaubt. Weil Gott so viel Erbarmen mit uns Menschen hat, sollen wir gestärkt werden, am Glauben festzuhalten und erkennen, was der Wille Gottes ist. Weiter führte Pfarrer Kögler die Anwesenden zu den Aussagen des Philipperbriefes 4,15, um aufzuzeigen, mit welch großer Freude die junge Christengemeinde in Philippi den Apostel seinerzeit mit Sachgaben, aber auch mit finanziellen Gaben gerne unterstützte. Er  erinnerte in dem Zusammenhang daran, wenn es im christlichen Glauben ums Geld geht, dann trete bei den meisten ein unangenehmes Gefühl des Ausgenommen- und betrogen werdens auf, so ganz übereinstimmend mit dem volkstümlichen Vorurteil: "Die wollen sowieso nur dein Geld!" "Nicht schon wieder! Warum reden die ständig vom Geld?" Er meinte, wörtlich: „Wenn ich als Leiter des Kinderwerks Lima einmal im Jahr über Geld predige, dann ist das schon beachtlich viel“. Am Nachmittag erzählte Pfarrer Kögler einiges über das Kinderwerk Lima. Dieses habe sich in den letzten Jahren ganz auf die Arbeit in den Slums der Großstädte Lima und Asunción konzentriert. Seit langem habe es die Vision gegeben, nicht nur den verarmten Menschen in der Stadt, sondern auch den mittellosen Bauernfamilien auf dem Land zu helfen. Diese Vision werde jetzt umgesetzt. Im Hochland Perus in Huanta entstehe derzeit eine neue Schule. Während sich die Vorbereitungen für diese Schule um Jahre verzögerten, ging es mit den Planungen für die Schule in Santani schneller als gedacht. In dieser Phase der strategischen Horizonterweiterung im Kinderwerk kam die Bitte ihrer mennonitischen Partner in Paraguay, ob das Kinderwerk beim Aufbau einer weiteren Gutenbergschule im ländlichen Raum mitwirken könnte. Das Projekt schien viel zu groß zu sein. Dann aber kamen viele bestätigende Zeichen:
Als diese Puzzleteile sich alle so zusammengefügt hatten, gewann das Kinderwerk  übereinstimmend den Eindruck: Hier will Gott uns haben – durch diese offene Tür sollen wir gehen. Mit der Ausweitung der Arbeit auf die ländlichen Gebiete soll ein bewährtes Bildungs- und Ausbildungsmodell der Großstadt auch unter den anderen Bedingungen eines ländlichen Umfelds etabliert werden.
Über Santani sagte er. Dies liege strategisch günstig und erschließe den Norden und Westen von Paraguay. Wir sind uns wohl bewusst, so der Referent weiter, dass wir weder in Huanta noch in Santani mit unserer Schule die sozialen Nöte dieser Regionen lösen können. Die neuen Gutenbergschulen sind vielmehr Zeichen der Hoffnung für viele Menschen in der ganzen Region. Die Hilfe strahlt aus. Das gute Leistungsniveau, die hohen pädagogischen Standards, die christliche Werteorientierung, die Kurse für Eltern zur beruflichen Weiterbildung – all das wird von der Bevölkerung geschätzt und gibt den Menschen neue Perspektiven für sich und für die Zukunft ihrer Kinder. Die Gutenbergschule bietet mehr als fachlich qualifizierte Wissensvermittlung. Kinder und Eltern werden in ihrer ganzen Persönlichkeitsentwicklung geformt. Sie werden über viele Jahre geistlich und persönlich darin begleitet, ihre fatalistische Denkhaltung zu überwinden und ihr Familienleben von der Basis christlicher Werte und Ziele her zu gestalten. Damit leistet die Schule einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der Gesellschaft, sagte er. Die Gutenbergschule in Santani kann als Modell dienen für weitere Schulen in ländlichen Gebieten. Ein christlicher Geschäftsmann habe bereits angefragt, ob er dieses ganzheitlich orientierte Schulkonzept für eine Schule, die er in Ostparaguay aufbauen möchte, übernehmen dürfe. Natürlich haben wir dazu JA gesagt, so Pfarrer Kögler. Wir freuen uns, wenn das Modell der Gutenbergschulen in Südamerika weiter Schule macht.
Missionsleiter Imanuel Kögler zum Schluss seiner Ausführungen an diesem wertvollen Tag: „Wir streben an, einen großen Teil aus einfachen Familien und aus den untersten sozialen Schichten zu gewinnen. Diese Menschen werden finanzielle Unterstützung ganz besonders nötig haben.