Dorffreizeit 2008

Jedes Jahr wieder ein großes Projekt

63 Kinder und 36 Mitarbeiter haben dieses Jahr das Gemeindehaus in Neckartenzlingen mit Leben erfüllt. Die Gemeinschaft war sehr gut und wir sind auch froh darüber, dass Gott uns in der Woche vom 1. bis 7. September vor größeren Verletzungen und schlechtem Wetter bewahrt hat. Wir haben dieses Jahr viele neue junge Mitarbeiter bekommen, die auch gleich Verantwortung übernehmen mussten. Vielen Dank an alle, die sich für die Dorffreizeit und die Kinder engagiert haben! Es hat sich gelohnt! 

Unterwegs mit dem Propheten Jeremia

„Jeremia – ein Prophet hat’s schwer“ war das Thema der Dorffreizeit. Und da dieser Prophet Gottes einen besonders schweren Auftrag hatte, haben die Kinder und auch unsere Mitarbeiter großes Mitgefühl für sein Leben aufgebracht: Es ist nicht leicht, wenn man Gottes Botschaft weitererzählen soll, wenn man sogar genaue Anweisungen für das Volk bekommt und kaum einer hört hin. Sicher haben die Kinder auch für sich Parallelen entdeckt, wenn sie von ihrem  Glauben erzählen wollen und sie reden dabei gegen eine Wand. Genau so ging es Jeremia jahrelang als Prophet.

Die Botschaft kommt nicht gut an Zugegeben ‑ die Botschaft von Gott war damals nicht populär. Die Menschen von Juda sollten sich der Besatzung Babylons unterordnen, bis Gott sie wieder davon befreit. Und die reichen Großgrundbesitzer sollten sich nicht am Volk bereichern.

Das waren zentrale Punkte, die Jeremia im Auftrag Gottes zu sagen hatte. Er warnte sein Volk, dass sie sich selbst ins Unglück steuern. „Wenn ihr so weiter macht wie bisher, dann schadet ihr euch selbst. Fromme Lieder reichen Gott nicht! Bessert euer Leben im Alltag.“ Mit solch klaren Worten kämpfte Jeremia gegen die Ungerechtigkeit und Scheinheiligkeit seiner Zeit, aber es dauerte sehr lange, bis man auf ihn hörte.

Wer sagt die Wahrheit?

Eine Geschichte von Jeremia war für die Kinder sehr eindrücklich: als andere Propheten am Königshof das Gegenteil von Jeremias Botschaft sagten. Erwachsene Männer stritten sich und jeder beanspruchte für sich die Wahrheit. Wem kann ich vertrauen? Welche Quelle ist zuverlässig? Wer sagt heute die Wahrheit? Diese Situation ist Kindern bekannt, dass Erwachsene sich widersprechen. Auch Informationen aus den Medien erweisen sich nicht immer als haltbar. Im Fall von Jeremia hat die Zeit und natürlich auch Gott für ihn gespielt. Nach 40 Jahren, als Jerusalem belagert wurde, fand er endlich ein Ohr bei den Menschen seiner Stadt. Und zuletzt durfte er ihnen ein Hoffnungszeichen von Gott weitergeben, einen blühenden Mandelzweig. Und den besiegten Menschen aus Jerusalem ruft er zu: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Ihr werdet mich suchen und finden, denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.“                                 Rainer Duda