Aus Wünschen Brücken bauen

Sommerliches Gemeindefest mit griechischem Tanzverein Akritas

Kaum ein Platz blieb leer im Familiengottesdienst am Sonntag, dem 27. Juni, als 30 Jungen und Mädchen des neuen Konfirmandenjahrgangs in der Gemeinde festlich begrüßt wurden. Die Vorstellung der Konfirmanden bildet traditionsgemäß den Auftakt zum alljährlichen Gemeindefest. Es stand diesmal unter dem Motto „Brücken bauen“. Das starke Bild der Brücke als Bindeglied zwischen Gott und den Menschen bestimmte auch die Predigt von Pfarrer Ulrich Kopp über Jakobs Traum von der Himmelsleiter. Jakob habe sich in seinem Leben in unwegsames Gelände manövriert. Vor ihm täten sich Abgründe auf, Abgründe der Angst und der Schuld. Sein Lebensweg schien verbaut. In diese ausweglose Lage stelle Gott eine Brücke in Form einer Leiter. Ulrich Kopp: „Gott hat es versprochen. Wir werden es erleben, dass wir Gottes Brücken finden und ihnen trauen und die Wege von Mensch zu Mensch, von Land zu Land, von der Erde zum Himmel ausprobieren: Wir wollen es versuchen im Konfirmandenunterricht und auch sonst im Leben.“

 

 

Der Kirchenchor umrahmte den festlichen Gottesdienst. Die Gottesdienstbesucher, darunter Eltern, Paten und Verwandte, erfuhren nun ganz persönliche Wünsche der 30 Konfirmandinnen und Konfirmanden, die ihre „Wunschbrücken“ der Gemeinde vortrugen. Ganz Zeitgemäßes wie „Meine Wunschbrücke geht zur WM nach Südafrika“ war da zu hören, aber auch Phantasievolles von Brücken aus Kristall in die weite Welt oder zu den nahen Freunden. Im Verlauf des Gottesdienstes entstand aus den von Kirchengemeinderätin Erika Kern und Kirchengemeinderat Bernd Kärcher überreichten Bibeln eine symbolische Brücke, die vom Altar in den Kirchenraum ragte.

 

 

Mit einem leckeren Mittagstisch wurde das Fest im Gemeindehaus fortgesetzt. Das Küchenteam erhielt viel Lob sowohl für die vegetarischen Gemüseküchle als auch die Schnitzel. Dazu gab es Kartoffelsalat und grünen Salat. Strahlendes Sommerwetter lud zum Genießen, Spielen und Basteln auf der Gemeindehauswiese ein. Premiere hatte das von Ehepaar Kern gestiftete und gebaute Geschicklichkeitsspiel Grokula, mit dem zwei Spieler eine Kugel über einen hölzernen Parcours manövrieren müssen. Kirchengemeinderäte und Konfirmanden traten gegeneinander an, um ein Wortspiel zu lösen. Der Wettkampf wurde besonders knifflig, als Holzleisten ganz ohne Nägel oder Klebstoff zu einer Brücke zusammen gesteckt werden sollten – und es klappte wirklich. Folklore zauberte der griechische Akritas-Tanzverein. Er begeisterte mit seinen Trachten und traditionellen Volkstänzen aus dem Bereich des Schwarzen Meeres. Zu einem genussvollen Promenadenkonzert geriet der Auftritt des Posaunenchors. Man konnte sich wie in einem Kurpark fühlen. Passend zur Fußball-WM ergriff Chorleiter Thomas Löw sogar die Vuvuzela, um seine Bläser zu begleiten. Viel Applaus erhielten die Jungbläser für ihren ersten Auftritt.

 

Ein Buffet mit gespendeten Kuchen und Torten bot Auswahl in Hülle und Fülle. Jugendliche mixten alkoholfreie Fruchtcocktails. Die vitaminreichen Erfrischungen mit klangvollen Namen wie Sour und Sweety hatten sie an ihrer „Wunderbar“ gemixt und farblich arrangiert. Die Fußballbegeisterung machte auch vor dem Gemeindefest nicht halt. Der begeisternde Sieg der deutschen Mannschaft konnte auf einer Videoleinwand verfolgt werden. Rote Wurst vom Grill bildete wie immer den kulinarischen Abschluss. Ein gemeinsames Vaterunser beendete das sonntägliche Beisammensein. Viele haben mitgeholfen, das Fest zu einem Erfolg werden zu lassen. Der Erlös des Gemeindefestes ist für die Armen- und Obdachlosenhilfe der Heimstatt Esslingen bestimmt.

Eckhard Rahlenbeck

Bilder: Erika & Helmuth Kern

Tanzgruppe Akritas

Posaunenchor mit Vuvuzela-Begleitung

Geschicklichkeitsspiel für Gruppen: Grokula