Gemeindefest mit Vorstellung der neuen Konfirmanden

Kirschen im Gottesdienst und 1121 Schrauben

 

Sogar Tische und Truhen mussten herhalten, um allen eine Sitzgelegenheit zu bieten. Der Saal des Gemeindehauses war gesteckt voll. Schon zu Beginn herrschte fröhliche Festtagsstimmung, als Pfarrer Ulrich Kopp die rund 250 Gottesdienstbesucher willkommen hieß. Im Mittelpunkt stand der 36. Psalm von der Güte Gottes und der Quelle des Lebens: „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen“. Es ist schon Tradition, dass in dem Familiengottesdienst zum Auftakt des Gemeindefestes die neuen Konfirmanden begrüßt werden. Drei von ihnen sprachen das Eingangsgebet. Schwungvoll wurde der Gottesdienst begleitet von der jungen Marina Scherer am E-Piano. Der Jugendchor unter der Leitung von Tobias Scherer sang „Anker in der Zeit“ und „Man from Galilee“.

 

„Damit die Kirche lebendig bleibt“, diesen Leitsatz des Gemeindefestes griff Pfarrer Kopp in seiner Predigt auf. Das Motto zielte auf die laufenden Renovierungsarbeiten an der Martinskirche ab. Kopp erinnerte daran, was an dem bald 500 Jahre alten Kirchengebäude krank geworden sei. Wo das Kirchendach schwächelt. Tragende Balken sind morsch geworden und die Heizungsanlage lasse sich nicht mehr steuern, um nur einige Beispiele zu nennen. Doch erst durch die Menschen werde die ehrwürdige spätgotische Martinskirche lebendig. Hier könne man Gottesdienste feiern. „Oder am Werktag einfach mal reingehen und durchatmen, oder eine Kerze anzünden, oder sich im Gebet an Gott wenden“, so Ulrich Kopp. Und weiter: „Meine Absicht beim Gottesdienst-Feiern ist es, dass der Glaube, die Liebe und die Hoffnung wachsen sollen. Darum gibt es auch den Konfirmandenunterricht und das Gemeindefest: Der Glaube, die Liebe und die Hoffnung sollen wachsen. Und darum sind der Zweifel, die Skepsis und die Enttäuschten wirklich willkommen im Gottesdienst, im Konfirmandenunterricht und im Gemeindeleben, damit die Kirche lebendig bleibt.“ In der Begegnung mit Gott könnten sich die Zweifel wandeln und das Glückspotential, das Gott in unser Leben hineingelegt habe, könnte sich entfalten. Das könne und solle man schmecken. Wo, wenn nicht in der Schöpfung, wie sie sich zu dieser Jahreszeit üppig zeige. Darum teilten die Konfirmanden an die Gottesdienstbesucher kleine Schälchen mit satten süßen Kirschen aus. Kirchenpflegerin Carin Gülland und Kirchengemeinderat Bernd Kärcher begrüßten die 31 Konfirmandinnen und Konfirmanden und übergaben ihnen eine mit persönlicher Widmung versehene Bibel.

 

Ein Platzkonzert des Posaunenchors im sommerlichen Garten des Gemeindehauses schloss sich an, bevor zum Mittagessen geladen wurde. „Küchenchefin“ Heike Seyboldt-Schmid und ihre freiwilligen Helferinnen und Helfer hatten wieder gute Arbeit geleistet. Bei Schnitzel und Salat beziehungsweise einer Gemüselasagne ließen die Besucher es sich schmecken. Ein umfangreiches Programm folgte, mit Bastelarbeiten, Spielangeboten, Tatoo-malen. Eine Wunderbar der Jugendgruppen bot einmalig farbenfrohe Fruchtdrinks. Unentschieden endeten die Spielrunden zwischen den Mitgliedern des Kirchengemeinderats und den Konfirmanden. Am Kuchenbuffet gab es gespendete Torten und Gebackenes. Thomas Löw lud zu einem Wunschlieder-Singen ein und begleitete am Piano. Kirchengemeinderätin Karin Löw stellte die Quizfrage des Gemeindefestes, die lautete: Wie viele Schrauben wurden beim Entfernen der Kirchenbänke in der Martinskirche gelöst? Die Ausbeute, die eine Standvase randvoll füllte, betrug genau 1121 Schrauben. Der Hauptgewinn ging an Julia Heinrich, der zweite Preis an Ute Scherer und der dritte Preis an Andreas Grüßer. Als dann auch die kickenden Jugendlichen ihre Partien hinter sich hatten, gab es die traditionelle Rote Wurst mit echt schwäbischem Kartoffelsalat.

 

Ein schönes Fest war vorüber. Pfarrer Kopp erinnerte noch einmal an den Psalm von der Güte Gottes und schloss mit dem Segen. Die Kirchengemeinde dankt allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, auch den Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie ihren Eltern für ihren Einsatz. Sie haben Gemeinsinn gezeigt – damit unsere Kirche lebendig bleibt.

 

Eckhard Rahlenbeck