Missionarinnen berichteten im Evangelischen Gemeindehaus

Einen interessanten und informativen Vortragsabend gestalteten die Missionarinnen Ruth Manß und Friedegard Behmenburg von der Deutschen Indianer-Pionier-Mission im Evangelischen Gemeindehaus, die sich derzeit für einige Monate im Heimatdienst in Deutschland befinden. Bevor sie Ende November wieder ins Mato Crosso-Gebiet in Brasilien fliegen, kamen sie auf Einladung des Bibel-Gesprächskreises für Frauen der Evangelischen Kirchengemeinde wieder einmal nach Neckartenzlingen. Der große Saal des Gemeindehauses war gut besucht.

Die Kirchenpflegerin und Leiterin des Bibelgesprächskreises Carin Gülland eröffnete diesen Missionsabend mit der erfreuten Feststellung,  dass man die beiden Missionarinnen Friedegard Behmenburg und Ruth Manß inzwischen bereits über 37 Jahre kenne. Durch die Begleitung im Gebet habe sich dieser Kontakt in all den Jahren vertieft.

 

Anhand von Dias konnten die Missionarinnen vieles aus ihrem Missionsalltag auf den beiden Missionsstationen Taquaperi  und Pirajui den Besuchern nahe bringen. Zuerst  zeigten sie einige Schönheiten aus der Natur dieses Landes, wie herrliche, wild wachsende Orchideen in allen Farben und seltene bunte Vögel.

 

Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören neben der Krankenpflege und hauswirtschaftlichen Schulungen, so die Missionarinnen, die Verkündigung des Evangeliums: "Gehet hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker." Das Ziel aller Arbeit sei deshalb, Menschen jeden Alters zu einem persönlichen Glauben an Jesus Christus zu führen. Dieser Auftrag wird unter mehreren Indianerstämmen in Brasilien von zur Zeit 58 Missionaren und Missionarinnen wahrgenommen. Weiter berichteten sie, dass ihre Arbeit vier Schwerpunkte habe: Die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus, die medizinische Betreuung, Alphabetisierung und Hilfe zur Überlebenshilfe, z.B. in der Landwirtschaft.

Weiter berichteten sie von den Erlebnissen, Freuden und Schwierigkeiten der Missionsarbeit. Viel seien sie von Taquaperi aus unterwegs bei schwierigen Bedingungen durch die schlechten Straßenverhältnisse, um in den umliegenden Siedlungen den Indianern zu helfen. Die oft beschwerlichen Fahrten stellten nicht nur die Missionarinnen vor schwere Aufgaben, sondern auch das Auto, das sie für ihren Dienst unbedingt brauchen. Inzwischen sei das Auto acht Jahre alt und sehr anfällig geworden bei nicht ausgebauten Straßen und Wegen. Das Auto leistete bis jetzt viele Personentransporte bei Besuchsfahrten, Lebensmittel- und Materialtransporten. Die bei schlechtem Wetter kaum passierbaren Straßen ermüdeten die Karosserie im Laufe der Jahre und lassen nun die Reparatur- und Werkstattkosten ständig ansteigen. Die gesamte missionarische Tätigkeit, sagten sie, wird von einem freiwilligen Beter- und Spenderkreis aus dem Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, evangelischer Freikirchen und Gemeinschaftskreisen getragen. Neben der Pionierarbeit in einzelnen Indianerstämmen, die noch nicht vom Evangelium erreicht sind, ist mittlerweile die Anleitung der Indianerchristen ein Hauptschwerpunkt ihres Dienstes. Die Unterweisung in biblischer Lehre und die Befähigung zum selbstständigen Gemeindebau, sowie Hilfe in existenziellen Nöten sind elementare Bestandteile ihrer Missionsarbeit. In ihren Lichtbildern zeigten sie auch das Handarbeiten mit den Jugendlichen, Schulungskurse mit den Erwachsenen, die Fertigstellung der Sanitäranlagen und neuen Bauten.

Nicht zuletzt schilderten sie die allgemeine Situation der Indianer heute in Brasilien mit 187 Millionen Einwohnern. Davon seien die circa 700 000 Indianer nur eine kleine Minderheit und keine geschlossene Ethnie. Sie repräsentieren 345 indianische Völker mit 185 verschiedenen Sprachen. Armut, Krankheit, Analphabetentum, Alkoholprobleme, sexueller Missbrauch, zerrüttete Familien und Selbstmorde seien eine erschütternde Tatsache in vielen Siedlungen. Die Indianer brauchen mehr denn je Hilfe in ihren existenziellen und geistlichen Bedürfnissen.

Am Schluss dieses informativen Abends bedankte sich Carin Gülland sehr herzlich bei den beiden Missionarinnen für die reichhaltigen Einblicke in ihre Arbeit. Mit anschließendem Gebet und dem Abendsegen von Pfarrer Ulrich Kopp wurde dieser an Informationen reiche Missionsabend beendet.