Eine akustische Collage wird zum „wachsenden" Klang

Nachtklang in der Martinskirche

Der Verwandlung trauen 

 

Wieder einmal öffneten sich am Freitag, dem 26. September, die Pforten der Martinskirche zum Nachtklang. Diesmal stand die besondere Veranstaltung der evangelischen Kirchengemeinde unter dem Wort des Propheten Jesaja: „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht?“

 

Einmal im Jahr lädt Nachtklang ein, um in den letzten Stunden eines verklingenden Tages bei meditativer Stille, Musik, Texten und phantasievollen Aktionen in einen vielfältigen Dialog mit dem Jahrhunderte alten Gotteshaus zu treten. Ein Vorbereitungskreis bereitet den Abend vor und setzt ihn mit  weiteren Mitwirkenden um. Jede Stunde des Nachtklangs hat einen wiederkehrenden Ablauf. Nach dem Stundenschlag der Kirchenglocken waren ein gregorianischer Gesang einer Männergruppe, das Jesajawort als gemeinsam gesungener Kanon und das Taizelied „Laudate omnes gentes“  fester wiederkehrender Bestandteil des besinnlichen Abends.

 

„Neues schaffen“ bildete das Motto der ersten, von Erika Kern eingeführten Stunde.  Dabei las Bettina Höchstötter die biblische Geschichte vom brennenden Dornbusch und Moses Erwählung. Eckhard Rahlenbeck trug Gedanken des Theologen Pierre Stutz vor: „In Zeiten des Neuanfangs der Verwandlung trauen“. Nach einer stillen Besinnung folgte eine Schreib-Lese-Aktion, erläutert durch Karin Löw. Die Teilnehmer schrieben persönliche Hoffnungen auf ein Blatt und knüpften es an einen Wunschbaum.

 

Vom „Wachsen“ handelten Texte der zweiten Stunde, so die Geschichte der Verheißung des gelobten Landes aus dem Buch Mose, gelesen von Angelika Kopp, und von der keimenden Saat, zu Gehör gebracht von Jürgen Schöllhammer. Die Besucher konnten sich mit Xylophonen und Schlaginstrumenten beteiligen, eine akustische Collage, die als „wachsender

Klang“ von Thomas Löw arrangiert war.

 

Dem „Erkennen“ galt die letzte Stunde des Nachtklangs. Dori Laumann las Salomos Gebet um Weisheit und Ellen Schmid die Geschichte „Der betende Gaukler“ von Hubertus Halbfass. Eine Gestaltungsaktion schloss sich an, bei der Helmuth Kern im Chor der Kirche die Besucher aufforderte, Zweige und Reisig in eine Struktur zu bringen. Eine Handlung, die symbolisch das Miteinander deutlich werden ließ. Pfarrer Ulrich Kopp beendete mit dem Segen um Mitternacht die nachdenkliche Zeit.

Eckhard Rahlenbeck

Während der dritten Stunde werden Zweige und Reisig gemeinsam in eine Struktur gebracht