Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen

Am ersten Freitag im März eines jeden Jahres begehen Frauen in über 170 Ländern der Welt den Weltgebetstag der Frauen. Um 19.30 Uhr läuten die Glocken und man weiß -Tausende Frauen feiern jetzt auch.

 

In diesem Jahr haben die Frauen in Frankreich diesen Weltgebetstag vorbereitet un die Liturgie ausgearbeitet. Speziell für diesen Gottesdienst wurde sehr schöne Lieder komponiert.

 

In Neckartenzlingen haben wir uns diesmal in der katholischen Kirche versammelt. Wir hörten sehr viel über das Land, aber auch über die Probleme der Frauen, welche geprägt sind von der Einwanderungspolitik in Frankreich. Meist sind die Menschen allein gelassen, arbeiten „schwarz“ und ohne Papiere. Die Kinder und Jugendlichen sehen keine Zukunft für sich und wir haben schon viel von den Krawallen gehört.

 

Der Gottesdienst der Frauen aus Frankreich liefert dazu biblische Impulse , vor allem mit 3.Buch Mose/Levitikus 19,2.33-37 und Offenbarung 21,3-4. Die Frauen teilen gute und schwierige Erfahrungen ihrer Zuwanderungsgeschichte mit uns.

So konfrontierte uns der Weltgebetstag auch mit gesellschaftlichen und politischen Bedingungen der „festung Europa“, in der nicht immer gilt, wozu uns Jesus Christus aufruft:

„Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen“.

 

Erika Kern machte eine Bildbetrachtung zum Titelbild des Weltgebetstages. Es ist in sehr warmen Farben gehalten, Rot- und Gelbtöne sind mit Grautönen in Bewegung. Es wurde von der Künstlerin Anne-Lise Hammann Jeannot geschaffen und drückt sehr intensiv die Problematik des Weltgebetstages aus.

 

Nach dem Gottesdienst gab es noch Zeit zum Reden bei einem französischen Imbiss mit Käse und Baguette und Crepes im katholischen Gemeindehaus. Fast alle Frauen , die den Gottesdienst besuchten, waren dabei und es wurde ein langer Abend.

 

Im nächsten Jahr sind wir wieder in fernen Landen – in Ägypten. Jeden Tag erfahren wir aus den Medien, was sich z.Zt. dort abspielt und werden sicher sehr vieles über das Leben der Frauen, die eine sehr schlechte Stellung in der Gesellschaft haben, erfahren. In Gebeten werden wir bei Ihnen sein.

 

Annelie Betsche