Hören – Verstehen – Reden – Handeln

Wie können wir als Evangelische Kirchengemeinde sprachfähig werden in Glaubensdingen?

Am letzten Märzwochenende hat der Kirchengemeinderat (KGR) an einer übergreifenden Tagung des Evangelischen Bildungszentrums im Stift Urach teilgenommen. Insgesamt haben sich 35 Personen aus vier unterschiedlichen Gremien von diesem besonderen Angebot der Landeskirche einladen lassen. Im Laufe des Wochenendes sollten sich die Teilnehmenden des eigenen Standpunkts zum Glauben bewusst werden und darüber mit anderen in Dialog treten können.

Entlang der vier Leitbegriffe „Hören – Verstehen – Reden – Handeln“ konnten die Teilnehmenden in einer ersten Runde zusammen mit Gemeindeberaterin Annedore Beck ihre eigenen Schwerpunkte erkunden und anschließend in der Gruppe erläutern.

Kirchenrat Dan Peter, beim Oberkirchenrat (OKR) zuständig für „Publizistik und Gemeinde“, adressierte in seinem Eingangsreferat das Thema der Tagung mit einer breiten Bestandsaufnahme. Er stellte zunächst die Frage, ob Gemeinden hier tatsächlich ein Defizit haben und riet deutlich von einem Kampf der Argumente ab. Bereits in der Bibel finden sich vielfältige Perspektiven. In den verschiedenen Gruppen und Kreisen wird die Sprachfähigkeit der Gemeinde erkennbar. Das Reformationsjubiläum 2017 schafft eine deutliche höhere gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Glaubensfragen.

In Abschnitten der begleiteten Gruppenarbeit konnten sich die Gremien aus Haberschlacht‑Stockheim u. Neippberg, Biberach‑Kirchhausen (beide Kreis Heilbronn), Neusatz‑Rotensol u. Bernbach (Kreis Calw) und Neckartenzlingen mit individuellen Glaubenserfahrungen und Themen aus der eigenen Arbeit befassen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten fünf unterschiedliche Workshops, zu denen sich die Teilnehmenden aufteilten:

  • ….dass das Evangelium aller Welt verkündigt wird
  • Gemeinde milieu‑sensibel leiten
  • im Fremden begegnet uns Christus - Erfahrungen aus Albanien
  • Veränderungen gestalten - Die besondere Verantwortung der Leitenden
  • Evangelisch streiten lernen

Das Leitungsteam, zu dem neben Frau Beck auch Kirchenrätin Bärbel Hartmann (Leitern Stift Urach) und Diakon Hans‑Martin Härter (Referent für KGR‑Arbeit) gehörten, wurde dazu durch Pfarrerin Maike Sachs und Kirchenrätin Gisela Dehlinger verstärkt. So konnte jede Gruppe kompetent unterstützt werden.

Die Predigt beim Sonntagsgottesdienst in der Amanduskirche hielt Dekan Karwounopoulos.

In einer abschließenden Stunde der Begegnung stand noch einmal ein Vertreter des OKR Rede und Antwort. Als Jurist ist Christian Schuler für Planungs- und Strukturfragen verantwortlich. So konnte er auf zahlreiche Fragen zum nächsten Pfarrplan eingehen. Darin wird die zukünftige Anzahl und Aufteilung der Pfarrstellen festgelegt, sodass sehr viele Gemeinden direkt oder indirekt betroffen sind.

Das Programm der Tagung beschränkte sich aber nicht nur auf die inhaltliche Arbeit. Die Posaunengruppe „Neuffen Brass“ und das kirchliche Kabarett „Die Vorletzten“ bereicherten die Tagung mit zwei hochwertigen Unterhaltungsbeiträgen. Der besondere Geist des Stift Urach, den beispielsweise die drei Tagzeitengebete unterstreichen, machte es möglich, dass die Arbeitstagung auch den Charakter eines Einkehrwochenendes bekam, von dem alle Teilnehmenden auch persönlich profitieren konnten.