Kronjuwelenkonfirmation

Die Kronjuwelen-Jubilare vlnr hinten: Karl Breisch, Alfred Schmid, Pfarrer Ulrich Kopp, Heinrich Wurster vorne: Wilma Tröster, Maria Rufeis, Gertrud Griesinger, Lore Hau

Am Palmsonntag (9.4.2017) wurde in der Martinskirche in Neckartenzlingen ein seltenes Konfirmationsjubiläum gefeiert, das an die Konfirmation vor 75 Jahren erinnerte. Damals am 15. März 1942 waren es 28 Konfirmanden. Sieben konnten jetzt ihre Kronjuwelenkonfirmation im Gottesdienst, den Pfarrer Ulrich Kopp hielt, feiern.

Wie bei der damaligen Konfirmation wurde eingangs das Gemeindelied „Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein“ gesungen, ein Kirchenlied voller Herzensfrömmigkeit, das die Bedeutung des Glaubens besingt. Um den ging es auch in der Predigt, in der Pfarrer Kopp die Bedeutung der Salbung in Bethanien entfaltete, eine Szene wenige Tage vor Jesu Kreuzigung. „Das Fläschchen Nardenöl für 30.000 Euro, das jene Frau dem geliebten Jesus gönnt, ist ein duftendes Gleichnis für die sich verströmende Liebe Gottes, die in Jesus Christus zu uns gekommen ist. Lassen wir uns das zum Gleichnis werden, die wir in der Zeit von Leiden und Passion die Auferstehung kaum ahnen“, sagte er und: „Ostern liegt in der Luft, das Fest der Auferstehung, Nardenöl wird ausgegossen. Die Liebe weiß von neuem Leben.“

Um Lebenswege ging es in der Ansprache zur Kronjuwelen-Konfirmation und um den guten Lebensweg, der zu vergleichen ist einem Baum, der an Wasserbächen gepflanzt, wächst und gedeiht (Psalm 1, Vers 3). So verschieden Bäume seien, so verschieden seien auch die Menschen, denen Gott optimale Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen schenke. In einem kurzen Rückblick machte Kopp deutlich, dass die von den Konfirmanden durchlebten Zeiten nicht immer optimal gewesen wären. Krieg habe damals unvorstellbares Leid gebracht, die Geschenke zur Konfirmation seien bescheiden gewesen und doch habe man sich darüber gefreut. Glauben und Vertrauen zu Gott seien der tragende Grund des Lebens, sei der Boden des Lebens. Und aus eigener Erfahrung sei bewusst, „dass mancher Sturm uns durchrütteln kann. Um diese Stürme bestehen zu können, braucht man einen guten Stand und starke Wurzeln.“ So wie der Baum, der am Wasser steht, dessen Blüten Freude machen, dessen Früchte Nahrung und Kraft geben. Kopp wünschte den Jubilaren „dass der Glaube, zu dem Sie in der Konfirmation Ja gesagt haben, Ihnen Kraftquelle für Ihr Leben bleibt. Dass er Sie stark macht in sonnigen wie in stürmischen Zeiten. Dass er Ihr Leben Frucht tragen lässt.“ Zur Erinnerung an die Kronjuwelen- Konfirmation bekamen die Jubilare ein Büchlein überreicht. Im Schlusslied „Eine feste Burg ist unser Gott“ klang die reformatorische Glaubensgewissheit von Gottes Schutz und Hilfe nach.

Mitgestaltet wurde der Gottesdienst von Michael May (Cornett) und Hans‑Peter Hummel (Orgel).

 

Helmuth Kern