Thema im Gemeindehaus: Auf Luthers Spuren – Orte der Reformation in Baden Württemberg

„DER LUTHER WAR DOCH GAR NICHT HIER!!“
Das ist richtig, doch auch bis hierher hat die Reformation gewirkt.
Am 26. April 2017, genau 499 Jahre auf den Tag, nach dem Luther seine Thesen in Heidelberg verteidigt hatte, fand unsere Veranstaltung im Jubiläumsjahr der Reformation statt. Der Referent zum Thema war Herr Andreas Steidel, Redakteur beim Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg. Er hat ein Buch zum Thema herausgegeben, in dem er den Verlauf der Reformation in unserer Region beleuchtet.
So sind es Bad Urach, Reutlingen, Tübingen, Esslingen, Ulm, Biberach, Bretten usw., in denen die Reformation ihren Lauf im Süden nahm. Natürlich etwas anders als in Mitteldeutschland. – denn der Luther war ja n i c h t hier. Er war nur am 26. April 1518 in Heidelberg, wo er leidenschaftlich seine Thesen verteidigte und die dortigen Professoren schockierte. Bereits 100 Jahre vor ihm hatte Jan Hus beim Konstanzer Konzil für die Reformation der Kirche eingestanden und musste es mit dem Tod bezahlen.
Die Reformationsbewegung nahm aber trotz allem ihren Lauf und breitete sich auf ganz Deutschland aus. So war ein wichtiger Mann aus Baden ein enger und treuer Weggefährte Luthers: Philipp Melanchthon.
Hier im Süden wirkten Ambrosius Blarer, Matthias Alber in Reutlingen, Johannes Brenz, die alle eine wesentliche Förderung durch Herzog Ullrich erfahren haben. Einflüsse durch Calvin und Zwingli aus der Schweiz, sowie Martin Bucer aus dem Elsässischen sind nicht zu verkennen. Die Reformation hatte das Leben in den Kirchen und Klöstern verändert.
Es war ein sehr interessanter Vortrag, der auch mit viel Augenzwinkern und Geschichten am Rande vorgetragen wurde. Er machte auf jeden Fall Lust, die Orte der Reformation im Süden zu besuchen und im Jubiläumsjahr der Reformation mit dem bewussten Auge auf die Reformation zu sehen. Es braucht nicht immer den „Lutherweg“ !