Adventskonzert „Seht, die gute Zeit ist nah“

Wie jedes Jahr am 1. Advent war die Neckartenzlinger Martinskirche wieder gut gefüllt mit Menschen, die sich vom Posaunenchor und vom Kirchenchor musikalisch auf die Adventszeit einstimmen lassen wollten.
Die Bläser eröffneten das Konzert von der Empore mit zwei Stücken aus Händels „Judas Makkabäus“, nämlich dem energiegeladenen und schwungvollen „Siegesmarsch“ sowie dem bekannten „Tochter Zion“.
Pfarrer Kopp stellte in seiner Begrüßung kritische Bezüge her zwischen der Friedenshoffnung durch das Kommen Gottes und den heutigen Versuchen, Frieden zu schaffen und Menschen Nähe zu geben.
Der Kirchenchor, in vier Gruppen im Kirchenraum verteilt, begann mit dem Kanon „Seht, die gute Zeit ist da“, der die Begrüßungsworte noch einmal aufgriff und unterstrich. Fast schon geheimnisvoll erklang danach aus dem Chorraum Regers „Der Mond ist aufgegangen“, erst im dritten Vers drangen die Stimmen voll und kräftig in die Kirche.
In seinem folgenden Wortbeitrag hob Pfarrer Kopp den – heute leider oft vergessenen – Sinn des Wortes Advent hervor, das ruhige und freudige Warten auf das Kommen des Herrn.
Danach intonierte der Kirchenchor die zur Adventszeit passenden Strophen 3 bis 5 des Weihnachtsliedes „Lobt Gott Ihr Christen“, wobei der ungewohnte Text klar artikuliert und gut verständlich war. Es folgte das sehr eindringliche gesungene Glaubensbekenntnis „Unser Gott hat uns geschaffen“ des Zeitgenossen Peter Reulein aus dessen keltischer Messe „Das Licht in unseren Herzen“. Der Posaunenchor glänzte abschließend mit dem sehr abwechslungsreichen „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan, das nach einem fast barocken Anfang die Zuhörer mit viel Drive Richtung Popmusik und Jazz mitnahm, um dann wieder klassisch zu enden.
Die nächste Lesung von Pfarrer Kopp hatte die vielfältigen Erwartungen und Verheißungen, die mit der Adventszeit verbunden sind, zum Thema.
Mit Orgelbegleitung sang der Kirchenchor die Sätze „Kyrie“ und „Gloria“ aus der im klassischen Stil komponierten Messe „Jubilate Deo“ des 2010 verstorbenen Wolfram Menschick, ehe Lukas Nagel mit einem Orgelstück von J. S. Bach den musikalischen Teil abschloss.
Nach den Dankes- und Abschiedsworten von Pfarrer Kopp sangen alle gemeinsam das schöne Adventslied „Macht hoch die Tür“, ehe sie mit dem abschließenden Segen bestens vorbereitet und gestärkt in die Adventszeit entlassen wurden.
Hajo Schmid