Adventskonzert „Gloria“

Am Sonntag, dem 2. Dezember 2018 erlebten die Zuhörer in der bis auf den letzten Platz besetzten Martinskirche die schon traditionelle musikalische Einstimmung auf die beginnende Adventszeit. Marius Sauter und Tobias Scherer, die beiden jungen Dirigenten des Kirchenchores und des Posaunenchores, hatten wieder ein sehr schönes und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.
Die Bläser eröffneten das Konzert von der Empore. „Wir sagen Euch an den lieben Advent“ und „Die Nacht ist vorgedrungen“ umrahmten die Begrüßung durch Pfarrer Kopp, der die Hoffnung ausdrückte, dass die Anwesenden durch Musik und Texte auf das Kommen Gottes eingestimmt würden. Der Kirchenchor sang anschließend vom Eingang zum Altar schreitend den Kanon „Dona nobis pacem“, und auf diesen fast meditativen Auftakt folgte das strahlende „Tochter Zion“ von Händel.
Das Kommen Gottes und die daraus erwachsende Hoffnung war das Thema der ersten Lesung von Pfarrer Kopp, ehe der Posaunenchor mit „A little romance“ des Zeitgenossen Michael Schütz und einem „Preludio“ von Vivaldi zwei äußerst klangvolle Stücke vortrug, die trotz des großen Altersunterschiedes sehr gut zusammenpassten.
Darauf folgte das Hauptwerk des Abends: unterteilt von einer weiteren Lesung über die Liebe und Gegenliebe, die ihre Wurzeln in Gott hat, der in Jesus zur Welt kommt, sang der Kirchenchor Teile des Weihnachtsoratoriums von Camille Saint‑Saens, das dieser mit nur 23 Jahren komponiert hatte. Die tief berührende Musik des Oratoriums entsteht durch die Mischung von französisch-romantischen Melodien und Harmonien und einem Rückgriff auf den Stil von Johann Sebastian Bach. Dabei wurde der Kirchenchor einfühlsam und präzise von einem Streichquartett mit Orgel begleitet, das auch rein instrumentale Teile des Werkes spielte. Die Mitwirkenden waren Yannick Rentz (1. Geige), Thomas Löw (2. Geige), Lea Eberle (Bratsche), Manfred Küppers (Cello) und Hans‑Peter Hummel (Orgel).
Der Posaunenchor präsentierte mit der „Fantasie in D“ von Dieter Wedel ein weiteres modernes Stück, ehe Tobias Scherer, Leiter des Posaunenchors, und sein Vater Uwe Scherer den Rahmen des Konzerts nutzten, um den diesjährigen Jubilaren im Posaunenchor vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg Urkunden zu überreichen. Uwe Scherer eröffnete die schlichte Feier mit dem Gedanken, dass mit Musik möglicherweise ein Fenster zum Himmel aufgestoßen werden könne. Sicher aber sei es, dass Menschen anderen Menschen mit Musik Freude machen und vor lauter eigener Freude damit nicht mehr aufhören könnten. So komme es, dass Marc Franke  und Julian Wurster seit 10 Jahren im Posaunenchor spielen. Peter Koch, Martin Menz und Tobias Scherer wurden für 20 Jahre treue Dienste im Posaunenchor gewürdigt.
Mit dem „Gloria“ von J. M. Haydn und dem Choral „Machet die Tore weit“ setzten Sänger und Bläser zwei fulminante Schlusspunkte unter das Adventskonzert, und sie wurden mit verdientem lang anhaltenden Beifall belohnt.
Nach den Dankes- und Abschiedsworten von Pfarrer Kopp durfte dann auch die Gemeinde ihre Stimmen erheben und zusammen mit Kirchen- und Posaunenchor die Kirche mit den Klängen des Adventsliedes schlechthin, „Macht hoch die Tür“, füllen, ehe sie nach dem abschließenden Segen sicherlich bestens vorbereitet und gestärkt in die Adventszeit entlassen wurde.

Text: Hajo Schmid; Bilder: Sabine Schmid